FAQ

Handpoketattoos sind dauerhafte Tätowierungen, die anders, als gängige Maschinentattoos von Hand direkt mit der Nadel in die Haut gestochen werden. Verwendet werden dabei herkömmliche Tätowiernadeln und -farben und auch die Haltbarkeit unterscheidet sich nicht von Maschinentattoos.
Das Besondere bei handgestochenen Tätowierungen ist ihr feines, organisches Aussehen, sie sind filigran und wirken immer ein wenig vibrierend und lebendig. Außerdem ist das Einbringen der Farbe von Hand wesentlich weniger belastend für den Körper und beschädigt die Haut nicht so stark. Das erleichtert auch den Heilungsprozess und macht ein Nachstechen nur in Ausnahmen nötig. Handpoke ist eine ursprüngliche Technik, die ohne Elektrizität auskommt. Handpoketattoos sind durch ihre charakteristische Erscheinung und ihren Seltenheitswert etwas besonderes.

Von selbst wäre ich wahrscheinlich nie darauf gekommen, Tätowiererin zu werden. Zum Ende meines Kunststudiums, ungefähr im Winter 2012, habe ich Laura kennengelernt, eine Frau, die auch von Hand tätowiert hat. Sie sah meine Zeichnungen und fragte, warum ich nicht tätowiere. Ich hatte selbst nie darüber nachgedacht. Tattoo war ja zu der Zeit auch noch nicht so mitten in der Gesellschaft angekommen, wie jetzt. Laura hat mir dann die Grundlagen gezeigt und dann habe ich auf vertrauensvollen Freund:innen angefangen, erste Tattoos zu stechen. Die Mischung aus Zeichnen, Handwerk und der Arbeit mit Menschen hat sofort total mit mir geklickt und seit dem mache ich Handpoketattoos. Zwischendurch hab ich auch ein bisschen mit Maschine tätowiert, aber ich mag, dass Handpoke so direkt und sanft ist und mir gefällt auch die Ausstrahlung der fertigen Tattoos besser.

Ich bin ja sehr stark naturinspiriert und das spiegelt sich in meinen Motiven natürlich wieder. Ziemlich viel meiner Zeit verbringe ich draußen, zum Beispiel auf unserem Hausboot oder mit Sölvi und Glaeta (Hund und Pony) in Wald und Wiese. Während meines Studiums habe ich vier Jahre lang im Münsterland in einer Jurte gelebt und hatte da einen großen wilden Garten mit Wild- und Kulturpflanzen, Vögeln und Insekten, Hühnern und Schafen. Eigentlich bin ich schon immer am liebsten draußen und ich denke das sieht man in meinen Motiven auch sehr gut. Mich interessiert dieses Ursprüngliche, das nicht vom Menschen Gemachte. Deswegen kommen in meinen Motiven hauptsächlich Pflanzen und Tiere, Berge und Himmel vor und ich mag auch, wenn es abstrakter wird. Mal schaue ich ganz genau hin und zeichne eine Pflanze so, wie sie eben aussieht. Und mal geht es eher um größere Phänomene…, die Systematik von wachsenden Strukturen, der Verlauf der Himmelskörper, das Gesicht der Landschaft…

Wenn du einen Termin für ein Tattoo mit mir machen möchtest, kannst du dich zuerst in meinen Emailverteiler eintragen. Über meinen Newsletter verschicke ich, wenn das Booking beginnt, alle wichtigen Infos und Links.

Während des Bookings kannst du über den Link aus dem Newsletter meinen Motivkatalog ansehen und daraus ein Motiv für dich auswählen. Du kannst mir in dieser Zeit auch eine individuelle Motivanfrage schicken. Natürlich sollten auch die Wunschmotive zu dem passen, was ich sonst mache. Im Motivkatalog findest du auch den Zugang zu meinem Bookingformular, in dem du deinen Motivwunsch und deine Kontaktdaten angibst. Meistens ist das Booking für ca eine Woche geöffnet. Danach schaue ich alle Anfragen an und wähle aus, was ich gern tätowieren möchte. Die Chance auf einen Termin ist besonders hoch, wenn du eins meiner Flashmotive auswählst.

Du bekommst dann eine Mail mit weiteren Infos und dem Preis für dein Motiv. Wenn alles für dich passt, rufe ich dich an und wir schauen zusammen in den Kalender und machen einen Termin aus. Am Telefon besprechen wir auch alle Fragen, die du vielleicht hast. Im Anschluss bekommst du von mir eine Bestätigungsmail mit Infos zu Adresse, Anzahlung und Einverständniserklärung und dein Termin ist damit fest eingeplant.

In den letzten Jahren habe ich immer einmal jährlich Termine vergeben. Das ist organisatorisch einfach am besten und ich freu mich sehr, dass die Nachfrage so hoch ist, dass ich auswählen kann und auch viel Planungssicherheit habe. Das jährliche Booking ist für mich und meine Büro-Assistentin Kira eine intensive und schöne Zeit mit vielen, vielen Mails und Telefonaten. Und es ist toll, den Rest des Jahres den Kopf frei zu haben und mich ganz auf die jeweiligen Termine und aufs Zeichnen konzentrieren zu können.

Nachdem wir bei der Terminvergabe schon viele deiner Fragen klären, kommst du zu deinem Termin in mein Atelier. Dort arbeite ich, nachdem ich viele Jahre mit Freund:innen ein Tattoostudio in Köln hatte, seit diesem Jahr allein. Es ist also ein ruhiger und geschützter Ort mit wenig Ablenkung. Zuerst besprechen wir noch einmal ausführlich alle Fragen, die du vielleicht hast und dein Motiv. Ich bin auch immer offen dafür, kleine Änderungen an Flashmotiven zu machen. Und wenn du dann sicher bist, dass die Zeichnung so stimmt, passen wir sie von Größe und Ausrichtung genau an deine Wunschkörperstelle an. Entweder drucke ich das Motiv auf Papier aus und wir halten es an und arbeiten dann mit einem Stencil (eine Blaupause, die die Zeichnung auf deinen Körper überträgt) oder ich zeichne direkt mit einem Bodymarker auf deiner Haut vor. Und wenn du dann alles noch einmal genau angeschaut hast und alles für dich stimmig ist, tätowiere ich dich. Während des Termins kann man jederzeit Pausen machen, wir können miteinander reden oder schweigen. Und wenn dein Tattoo fertig ist, erkläre ich dir, wie du es pflegen musst.

Am Ende deines Tattootermins wird dein frisches Tattoo gereinigt und dann bekommst du einen Folienverband bzw ein Folienpflaster. Das Pflaster kannst du zwei Tage auf deinem Tattoo lassen und musst dich erstmal um nichts kümmern. Du kannst damit auch ganz normal duschen. Nach zwei Tagen machst du das Pflaster ab, wäschst dein Tattoo einmal vorsichtig und pflegst es dann zweimal am Tag mit Kokosöl (das, was man auch zum Kochen benutzt). Für ungefähr zehn Tage solltest du nicht baden, ins Solarium/in krasse Sonne oder in die Sauna gehen. Keinen Sport machen, der die tätowierte Körperstelle stark beansprucht. Keine kratzige Wolle auf dem neuen Tattoo tragen und alles vermeiden, was das Tattoo scheuert, einweicht oder unter viel Spannung oder Druck setzt. Handpoketattoos verheilen in der Regel sehr unkompliziert und problemlos,wenn du sie in den ersten Tagen ein bisschen schonst.

In den allermeisten Fällen braucht es keinen Nachstechtermin. Falls nach der Heilungsphase (nach ca 4-6 Wochen) dein Tattoo doch etwas ungleichmäßig sein sollte, kannst du dich bei mir melden und bekommst zeitnah einen Nachstechtermin. Im ersten halben Jahr nach deinem Termin ist der Nachstechtermin kostenlos.

Auch wenn sich das Gerücht hartnäckig hält, dass Handpoke-Tattoos sehr schmerzhaft sind, kann ich das aus meiner Erfahrung nicht bestätigen. Die Technik, mit der ich die Farbe in die Haut bringe, verletzt die Haut weniger stark, als eine Tätowiermaschine und die meisten Kund:innen sind erstaunt darüber, wie wenig es wehtut und wie gut man das aushalten kann. Noch nie hat eine:r meiner Kund:innen einen Termin abgebrochen, weil es zu weh tat.

Ich finde, unabhängig vom Stil und dem persönlichen Geschmack, dass ein Tattoo besonders schön ist, wenn es auf dem Körper gut gesetzt ist. Das bedeutet, dass man es nicht unbedingt an der erstbesten Stelle platziert, nur weil es von der Größe her dorthin passt. Wenn ich Kund:innen bei der Auswahl des richtigen Platzes berate, schauen wir auf die natürlichen Achsen des Körpers und auch auf die Logik des Motivs. Einen kleinen fliegenden Vogel hinten auf die Wade zu setzen ist nicht so schön, wie ihm weiter oben am Körper einen Ort zu suchen, der dem Himmel näher ist. Eine Blume unter dem Arm zu verstecken und zur Achsel hin blühen zu lassen, ergibt nicht so viel Sinn, wie ihr etwas Raum zu geben, in den sie „hineinwachsen“ kann. Und ein kleines Tier muss mit der eigenen Bewegungsrichtung mitgehen, damit es zu einem Begleiter wird. Wichtig finde ich auch, dass Tattoos nicht zu schwer werden oder Körperteile hart „abschneiden“ oder Proportionen ungünstig betonen. Im Termin ist immer Zeit, gemeinsam zu schauen, wo der beste Ort für dein Motiv ist.

Na klar, sehr gerne. In meinem neuen Atelier in Bonn ist zum Glück viel Platz.
Allein die Covid-Regeln müssen wir natürlich einhalten.

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